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Einfach, ist nicht einfach

05.10.2017 | 0 Kommentare

Einer der tagtäglichen Herausforderungen ist unseren Kunden verständlich zu machen, dass Sie zu viel Inhalt für zu wenig Platz verwenden möchten. Gerade wenn der Kunde noch nicht viel oder gar keine Erfahrung mit Designern und Marketingexperten gemacht hat, bedarf es verständlicherweise einige Zeit, um zu verinnerlichen, dass es für niemanden förderlich ist, so viele Informationen wie möglich auf einem Werbematerial unterzubringen. Einen Trugschluss entdecken wir auch immer wieder bei der Ausstattung von Websites mit Text und Inhalt im Allgemeinen. Hier neigt man dazu, da ja die physikalischen Grenzen aufgehoben zu sein scheinen, jegliche Information an die Öffentlichkeit bringen zu wollen. Wir amüsieren uns nicht darüber, prangern jenes an oder zweifeln an der Fachkompetenz unseres Kunden. Nein, wir verstehen ihn sogar sehr gut.

„Mach die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher.“ Albert Einstein

Mit dieser Devise ist man in vielerlei Hinsicht gut beraten. Besonders wenn man am Anfang seiner Business-Idee steht oder die Konkurrenz, wie in vielen Branchen üblich, stark ist, will man die potenzielle Kundschaft davon überzeugen, dass man der einzig richtige Partner ist. Man geht oft nicht mit dem Selbstbewusstsein eines Branchen-Primus an die Sache, sondern versucht unterbewusst häufig mit maximal vielen und ausschweifenden Argumenten zu punkten – verständlich, aber der falsche Weg sagen wir.

Nehmen wir als Beispiel einmal ein weitverbreitetes Werbemittel – den Pizzaflyer. Sie sitzen am Sonntagabend gemütlich vor dem Fernseher, haben eine harte Woche hinter sich und entschließen sich mit Freude dafür, dass der Herd heute kalt bleibt. Sie haben nicht viel Zeit, weil Sie gleich einen guten Film schauen wollen, allen voran Ihnen aber bereits der Magen knurrt. Also ab in die Küche und den Stapel der gesammelten Broschüren auf den Tisch.

Wo bestellen Sie?

Jetzt gibt es selbstverständlich vielerlei Entscheidungskriterien. Das Hauptaugenmerk liegt darin, jedenfalls wenn Sie die Qualität der Pizza noch nicht kennen, die Telefonnummer blitzschnell und damit meinen wir sofort finden. Auch wenn das naheliegend klingt und sie auch groß dargestellt wird, nützt es wenig, wenn man sich vorher auf dem Cover bereits durch mehrere Rabattmöglichkeiten, Claims, Mittagstischanpreisungen in verschiedensten Schriften, Schriftgrößen und Farben kämpfen muss und der Hintergrund auch noch ein Foto der leckeren Ware zeigt. Ein Überfluss an Informationen, mangelnden Kontrasten und folglich schlechter Usability. Eventuell entscheiden Sie sich ja trotzdem für die Pizza aus so einem Flyer. Das mag zum einen daran liegen, dass die Konkurrenz einen durch die Bank ähnlich unstrukturiertes Werbematerial hat, sie es gewohnt sind, es ja nur um Pizza geht oder Sie schlicht und einfach Hunger haben.

Vielleicht werden Sie jetzt schmunzeln und sich sagen, dass alles ist mir eh klar. Fakt ist aber, dass wir die Neigung des Überladens bei der Entwicklung vieler Produkte auch bei unseren Kunden immer und immer wieder entdecken. Selbstverständlich auf einem viel höheren Niveau, aber prinzipiell ähnlich wie auf den allseits bekannten Flyer für Kult- und Mussspeisen.

Sie haben ein anderes Niveau

Ihr Angebot ist ausgezeichnet, dementsprechende Kunden wollen Sie auch auf sich aufmerksam machen um somit einen wertigen Preis für Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung zu erzielen. Und wie man weiß, ist meistens der erste Eindruck der Entscheidende. Hochwertiges, durchdachtes Design und kurzweiliger Inhalt sind da zweifelsohne Bausteine, um die Chance zu haben einen Kunden in weiterer Folge von der Qualität seiner Ware überzeugen zu können.

Fazit

Alles in allem lässt sich sagen, dass schon in der Schule das Schreiben einer Inhaltsangabe eine weitaus größere Herausforderung als die Formulierung eines Aufsatzes war. Sehr komprimiert einen komplexen Sachverhalt genauso informativ darzustellen als mit dreimal so vielen Wörtern, setzt komplexere Denkprozesse voraus. Wenn man eine gute Zusammenfassung liest, hat man nicht den Eindruck, dass es weder für den Verfasser schwierig war zu formulieren, noch für sich selbst als Empfänger anstrengend war zu lesen. Häufig ist es aber so, dass diese Tatsache eben gar nicht auffällt, weil es vorausgesetzt wird. Die Dinge sind also so einfacher, aber eben nicht einfacher, sondern durchdachter wodurch wiederum weniger mehr ist. Klingt komisch, ist aber so.

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